ÖPNV oder Personenfernverkehr - die feinen Unterschiede beim steuerfreien Jobticket

 

 

Seit Jahresbeginn können Arbeitgeber ihren Arbeitnehmern wieder steuerfrei ein Jobticket gewähren. Steuerfrei sind dabei die Aufwendungen des Arbeitgebers für die Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte seiner Mitarbeiter sowie für Familienheimfahrten im Rahmen einer Auswärtstätigkeit. Voraussetzung ist allerdings, dass die Aufwendungen zusätzlich zum vereinbarten Arbeitsentgelt gezahlt werden. Dabei kommt es jedoch nicht darauf an, dass der Arbeitgeber die Fahrausweise kauft. Es dürfen auch die vom Arbeitnehmer erworbenen Fahrausweise oder Fahrvergünstigungen bezuschusst werden.

Doch nicht alle Fahrscheine werden gleichermaßen steuerlich gefördert. Zunächst ist zwischen Personenfernverkehr und öffentlichem Personennahverkehr (ÖPNV) zu unterscheiden. So gehören die Fernzüge der Deutschen Bahn (ICE, IC, EC), Fernbusse, die regelmäßig auf festgelegten Linien mit festen Haltepunkten verkehren sowie vergleichbare Hochgeschwindigkeitszüge und schnellfahrende Fernzüge von DB-Konkurrenten als öffentliche Verkehrsmittel im Linienverkehr unter den Begriff Personenfernverkehr. Im Gegensatz dazu ist es die Aufgabe des ÖPNV, die Verkehrsnachfrage im Stadt-, Vorort- oder Regionalverkehr mit öffentlichen Verkehrsmitteln, wie Bussen, Regional-, U- und S-Bahnen zu befriedigen. Der Taxiverkehr gehört grundsätzlich nicht dazu. Eine Ausnahme gilt allerdings, soweit Taxen ausnahmsweise im Linienverkehr des regionalen Nahverkehrsplans eingesetzt werden und die Taxi-Nutzung durch die normale Fahrberechtigung oder gegen einen nur geringen Aufpreis zu dieser erlaubt ist.

Diese Unterscheidung ist wichtig. Denn beim Personennahverkehr kommt es nicht auf die Art der Fahrten an. So können Fahrscheine im ÖPNV auch dann steuerfrei vom Arbeitgeber überlassen oder bezuschusst werden, wenn diese auch für private Fahrten nutzbar sind. Auch die Übertragbarkeit einer Monats- oder Jahreskarte des ÖPNV, wonach auch der Partner die Fahrberechtigung nutzen könnte, ist für die Steuerfreiheit unschädlich. Zudem dürfen diese Vergünstigungen auch Mitarbeitern gewährt werden, die gerade in keinem aktiven Beschäftigungsverhältnis stehen. Auf diese Weise können auch Mitarbeiter in Elternzeit, im Urlaub oder auch während einer Krankheit die vergünstigte Fahrberechtigung er- bzw. behalten.

Anders sieht es bei Fahrten im Fernverkehr aus. Hier sind nur Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte und die Familienheimfahrten im Rahmen einer Auswärtstätigkeit begünstigt. Und es muss sich um ein aktives Beschäftigungsverhältnis handeln. Auch Bahnermäßigungen, wie z. B. BahnCard 100 oder BahnCard 50 können dann als Jobticket gewährt werden. Um die Steuerfreiheit im Rahmen der monatlichen Lohnabrechnung nutzen zu können, muss eine Prognoserechnung durchgeführt werden. Sollte sich anhand dieser eine Vollamortisation (mit Dienstreisen und Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte bzw. Familienheimfahrten) ergeben, so ist die Bahncard bereits bei Hingabe in vollem Umfang steuerfrei. Treten im Laufe des Prognosezeitraums unvorhergesehene Änderungen, wie z. B. eine längere Krankheit ein, bleibt die Steuerfreiheit dennoch erhalten. Auch die zusätzliche Verwendung der Bahncard für private Fahrten ist dann unschädlich.

Beispiel:
Eine Arbeitnehmerin aus Leipzig pendelt an drei Tagen pro Woche täglich nach Dresden zur Arbeit. Ihr Arbeitgeber gewährt einen monatlichen Zuschuss zur BahnCard 100 in Höhe von 400 Euro. Die einfache Fahrt Leipzig – Dresden und zurück kostet mindestens ca. 47,50 Euro (Sparpreis incl. Cityticket).

In der Prognoserechnung werden reguläre Fahrtkosten in Höhe von 6.270 Euro für 132 Arbeitstage (44 Arbeitswochen a 3 Tage) ermittelt. Ihnen stehen Aufwendungen für die Bahncard 100 in Höhe von nur 4.800 Euro gegenüber. Der Arbeitgeber kann den Zuschuss wegen Vollamortisation in vollem Umfang steuerfrei zahlen. Auf der Lohnsteuerbescheinigung hat der Arbeitgeber den gewährten Zuschuss zu erfassen, da in diesem Umfang die Entfernungspauschale bis auf max. 0 Euro gekürzt wird.

Ergibt die Prognose, dass die Fahrberechtigung teurer ist als die eingesparten Fahrtkosten, die auf Dienstreisen, Familienheimfahrten und Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitstätte entfallen, so ist die Fahrermäßigung zunächst steuerpflichtiger Arbeitslohn. Monatlich oder zumindest am Jahresende kann der Arbeitgeber den Teil der tatsächlich eingesparten Aufwendungen steuerfrei stellen. Hierzu ist es ratsam, ein Bahnfahrtagebuch zu führen.

Hinweis: Die steuerfreie Gewährung der Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte durch den Arbeitgeber wird auf die Entfernungspauschale angerechnet. Zu diesem Zweck ist der gewährte Vorteil auf der Lohnsteuerbescheinigung auszuweisen.

(Stand: 23.08.2019)

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